Jouschus gehen fremd
Vor die Kamera
Apr 30, 2026
Lesezeit
3 Min.

Von

Samanta Rebolledo
Von Anfang März bis Ende Mai 2026 verbringen die Jouschus drei Monate in einer fremden Redaktion. Jede Woche berichtet eine oder einer von ihnen von den Erfahrungen aus dem Praktikum.
„D Blick-Redaktion isch doch nur en Stock über de Energy-Redaktion.“ – diesen Satz habe ich vor meiner Rotation sehr oft gehört. Klingt nach einem Katzensprung. Ist es örtlich auch.
Aber inhaltlich? Zwei unterschiedliche Welten.
Bei Radio Energy konnte ich mich oft hinter dem Mikrofon «verstecken». Man hört mich – aber man sieht mich nicht.
Bad Hair Day?
Kein Lipgloss?
Egal.
Hauptsache, die Story sitzt und die Stimme klingt gut.
Und dann: Blick.
Social Media.
Kamera an.
Jeden.
Einzelnen.
Tag.


Zwischen Lipgloss und Learnings
Ich gebe zu: Am Anfang war das ungewohnt. Plötzlich stellt man sich Fragen, die vorher keine grosse Rolle gespielt haben.
Sitzen die Haare? Passt das Make-up? Sehe ich müde aus? Brauche ich noch Puder?
In genau diesen Momenten musste ich an einen Satz unseres Schulleiters Peter Hossli denken: «Kid, you’re not the story.» Und auch wenn er wahrscheinlich nicht an meine Puder-Krise gedacht hat – der Satz trifft es ziemlich gut. Denn bei den Social-Media-Videos auf den Blick-Kanälen geht es nicht um mich. Nicht um meine Haare und nicht um mein Outfit. Es geht um die Geschichte. Um das, was wir erzählen. Und darum, dass es bei den Leuten auf der For You Page hängen bleibt.
Das zu verinnerlichen, war wahrscheinlich eines meiner wichtigsten Learnings in diesen zwei Monaten. Ich habe gelernt, weniger selbstkritisch mit mir zu sein.
Social Media kennt kein Warten
Was die Arbeit selbst angeht, hat mich die Rotation dann doch ein bisschen an meine Stammredaktion erinnert. Es muss schnell gehen. Aktuell sowieso. Und im besten Fall ist man nicht nur schnell, sondern auch noch einen Tick schneller als alle anderen. Während wir bei Energy schauen, was «on air» funktioniert, schauen wir bei Blick, was auf TikTok, Instagram und Facebook performt.
Die For-You-Page wird quasi zum Taktgeber des Arbeitstags.
Wir posten zu Artikeln, brechen in unseren Skripts Themen herunter und versuchen, Inhalte so aufzubereiten, dass sie zwischen Katzenvideos, Trends und Memes bestehen können.
Kein einfaches Spielfeld, aber genau das macht es spannend.






