Schulwoche 10

Von Papageien bis zur Drogenszene

Aug 16, 2026

Lesezeit

3 Min.

Von

Joël Hahn

Montag: Wer macht den besseren Journalismus?

Was ist wichtiger, wenn im eigenen Dorf plötzlich etwas Grosses passiert: die Zeitung, die seit Jahren vor Ort ist, oder das nationale Medium, das mit einem ganzen Team anreist? Mit dieser Frage starteten Céline und Jovana am Montag eine Debatte über Lokaljournalismus. Schnell zeigte sich: Nähe kann ein grosser Vorteil sein, gleichzeitig bringt die Distanz der nationalen Medien eine andere Perspektive mit sich.

Danach erzählte uns Rebecca Pfaffen, stellvertretende Chefredaktorin von Pomona Media und Journalistin beim «Walliser Boten», von ihren Erfahrungen mit den Ereignissen in Crans-Montana und Blatten. Sie gab uns einen spannenden Blick hinter die Kulissen: Wie arbeitet eine Redaktion, wenn plötzlich die ganze Schweiz auf einen kleinen Ort schaut? Wer ist sauer über die Berichterstattung? Und warum wird das Wallis ausserhalb des Kantons manchmal ganz anders wahrgenommen?

Am Nachmittag durften wir selbst ran. Unser Auftrag: eine eigene Lokalgeschichte in Zofingen. Heraus kamen Themen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – von einem sprechenden Papagei über Baustellen bis hin zu Brustwarzenprothesen. Der Nachmittag zeigte vor allem eines: Lokaljournalismus beginnt oft direkt vor der eigenen Haustüre.

Dienstag: Nähe ist nicht immer einfach

Am Dienstag ging die Diskussion weiter. Dieses Mal beschäftigten wir uns mit der Frage, wie viel Nähe Journalismus eigentlich verträgt. Wo hilft sie, um Geschichten besser zu verstehen? Und wann wird sie zum Problem? Dazu diskutierten wir auch unsere eigenen Texte und die Berichterstattung rund um Crans-Montana.

Mittwoch: Ein Blick hinter die Kulissen der Drogenszene

Am Mittwoch wechselten wir den Schauplatz und machten uns auf nach Zürich. Gemeinsam mit Hans Peter Meier liefen wir durch verschiedene Teile der Drogenszene und besuchten Hilfsangebote für suchtkranke Menschen. Meier erzählte dabei auch von seinem eigenen Leben und seinen Erfahrungen.

Besonders eindrücklich war das Gespräch mit Nena, einer Pflegefachfrau im Ambulatorium Kanonengasse. Sie berichtete von ihrem Arbeitsalltag und von Schicksalen, die kaum vorstellbar sind – unter anderem von Fällen von Kinderprostitution. Der Rundgang zeigte uns eine Seite Zürichs, die man als Aussenstehender schnell übersieht.

Donnerstag und Freitag: Explainer, KI und Sommerfest

Zum Abschluss der Woche kam Magdalena Kauz noch einmal vorbei. Zwei Tage lang beschäftigten wir uns mit Explainer-Videos und künstlicher Intelligenz. Wir lernten, wie man komplizierte Themen visuell verständlich macht, und probierten selbst aus, was KI heute bereits bei der Videoproduktion leisten kann.

Und dann war da noch das RMS-Sommerfest am Freitagabend im Zürcher Tiefenbrunnen. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden von Ringier Medien Schweiz liessen wir die Woche ausklingen. Ein perfekter Abschluss einer heissen und lehrreichen Woche.

Jetzt heisst es erst einmal Sommerpause. Das nächste Mal sehen wir uns nämlich bereits in Berlin.

Unser Journalismus ist wahrhaftig und fair. Er hilft Bürgerinnen und Bürgern, ihr Umfeld und die Welt besser zu verstehen, Ereignisse einzuordnen, sich eine fundierte Meinung zu bilden und Entscheidungen zu treffen. Das gelingt, indem wir vertrauenswürdig informieren. Wir orientieren uns an Fakten und trennen klar zwischen Berichterstattung und Kommentar. Unser Journalismus ist unabhängig. Technologischen Entwicklungen stehen wir offen gegenüber.
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Feedback.

Ringier Journalistenschule
Dufourstrasse 23
8008 Zürich

Ringier Journalistenschule 2025©

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