Schulwoche 12

Stammtisch Plazabar: Was bleibt nach einer Schulwoche hängen?

Oct 25, 2026

Lesezeit

3 Min.

Von

Anna Clara Kohler

Freitagabend auf dem bordeauxroten Samtsofa der Plazabar in Zürich. Am Fensterplatz mit einem 19-Franken-Getränk klingt der letzte Abend der Schulwoche aus. Wie nach jeder Schulwoche stellt sich nun die Frage: Was ist mir geblieben?

Da wäre beispielsweise das Gespräch mit Lukas Hässig von Inside Paradeplatz vom Montag. Sein Arbeitsmodell: Eine One-Man-Show mit einem ausschliesslich digitalen journalistischen Produkt. Es scheint zu funktionieren. Wir diskutierten mit ihm über seine Erfolge, aber auch darüber, wo nicht alles gelang.

Am Dienstag war der Medienanwalt Serafin Oberholzer zu Besuch in der Villa in Zofingen. Mit ihm behandelten wir Medienethik an einer Handvoll Beispielen aus dem Alltag. Welche Artikel wurden vom Presserat gerügt und wieso? Wie können wir es besser/anders machen?

Der Kommandant Xaver Sailer und ein Ausbildner des Kommandos Führungs- und Kommunikationsausbildung der Schweizer Armee zeigten uns am Mittwoch, wie wir mit der 5+2-Methode Krisen bewältigen können. In der Runde der Plazabar am Freitag sind wir uns einig: Der Kurs mit dem Militär war der spannendste der Woche.

Am Donnerstag ging es mit Theres Lüthi um Wissenschaftsjournalismus, aber eben nicht nur. Es ging auch darum, wie der Zeitgeist und die finanzielle Lage eines Medienhauses direkte Auswirkungen auf eine Redaktion haben.

Interessieren wissenschaftliche Themen, wie beispielsweise die Raumfahrt in den 80er-Jahren, schafft dies auf der Redaktion Stellen für Experten in diesem Feld. Ebenso, wenn das Geld da ist, wie in den 90ern. Geht es der Wirtschaft hingegen schlecht, werden im Wissenschaftsjournalismus, etwa in den 2010ern, Stellen wieder gestrichen, wie Lüthi uns aus eigener Erfahrung erzählt. Die Diskussion darüber beschäftigt in den letzten Jahren und uns als Berufseinsteiger sehr.

Den Abschluss der Woche machte das Reporter:innen-Forum im Zürcher Volkshaus. Wir konnten aus einer Vielzahl an Workshops vier besuchen. Zum Schluss gab es einen Apéro gemeinsam mit den Organisatorinnen und den Besuchern – Journalistinnen und Journalisten aus allen Ecken der Branche.

Mit den Erkenntnissen dieser Woche bin ich gerüstet für künftige Krisen und medienethische Debatten, und ausgestattet mit neuen Ideen sowie wertvollen Kontakten in die Branche.

Was davon werde ich in den kommenden Jahren im journalistischen Alltag tatsächlich noch brauchen? Time will tell. Nun geniessen wir erstmal den wohlverdienten Feierabend. Dieses Jahr geht es im November ein letztes Mal nach Zofingen.

Unser Journalismus ist wahrhaftig und fair. Er hilft Bürgerinnen und Bürgern, ihr Umfeld und die Welt besser zu verstehen, Ereignisse einzuordnen, sich eine fundierte Meinung zu bilden und Entscheidungen zu treffen. Das gelingt, indem wir vertrauenswürdig informieren. Wir orientieren uns an Fakten und trennen klar zwischen Berichterstattung und Kommentar. Unser Journalismus ist unabhängig. Technologischen Entwicklungen stehen wir offen gegenüber.
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Feedback.

Ringier Journalistenschule
Dufourstrasse 23
8008 Zürich

Ringier Journalistenschule 2025©

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